Die Kanzlerin sollte deutsche Interessen vertreten!

„Letzten Dienstag habe ich im Europäischen Parlament gesprochen und davor gewarnt, dass die vorgebrachten Vorschläge den Anfang eines Überstaates darstellen und die EU in ihrem Streben nach Macht den Nationalstaat zerstören würde. Am vergangenen Donnerstag stimmte das Parlament dann für die Einstellung der Abschlussarbeiten an der Nordstream 2 Gasleitung und beschloss, die europäischen Unternehmen, die bereits mit US-Sanktionen für die Beteiligung am Projekt konfrontiert sind, nicht zu unterstützen. Was eine prioritäre Angelegenheit der deutschen Regierung sein sollte, wird stattdessen von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten entschieden.

Diese Episode demonstriert die Macht, die Brüssel über seine Mitgliedstaaten bereits ausübt. Die Situation hat sich verschlimmert, nachdem die Kanzlerin angeboten hatte, der Europäischen Kommission einen Überblick über den aktuellen Stand des Nordstream 2 Projektes zu verschaffen. Dabei gibt eine deutsche Kanzlerin, welche zwischen Washington und Brüssel hin und her pendelt, um eine Erlaubnis zur Absicherung des heimischen Energiebedarfs zu erbitten, ein entsetzliches Bild ab.

Bestimmte Mitgliedsstaaten der EU sind zu einer Konfrontation mit Russland bereits fest entschlossen und Nordstream 2 ist ein Pfand in dieser Schlacht. Die Motivation der USA hat vermutlich zahlreiche Facetten. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass die USA im Gegensatz zu uns in der Energieversorgung unabhängig sind. Die Einstellung von Nordstream 2 würde uns nur noch abhängiger von unsicheren Energiequellen machen.
Nordstream 2 ist entscheidend für unseren deutschen Energiebedarf. Entscheidungen müssen im deutschen Interesse getroffen werden und die Kanzlerin sollte Deutschland an die erste Stelle setzen!“

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