Biden um Erlaubnis bitten, unsere Energieversorgung sicherzustellen? Bitte nicht, Frau Merkel!

Das irrsinnige Spiel geht weiter! Kanzlerin Merkel hat wissen lassen, sie müsse sich mit Biden darüber austauschen, welche Handelsbeziehungen im Energiebereich mit Russland akzeptabel seien. Auf die von der Regierung Biden beschlossene Verhängung von Sanktionen gegen Unternehmen, die am Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligt sind, reagierte Merkel wie folgt: „Wir müssen aber auch darüber sprechen, welche Wirtschaftsbeziehungen im Gasbereich mit Russland akzeptabel sind und welche nicht.“

Weiter führte die Kanzlerin aus, sie und Biden müssten sich darüber unterhalten, ob man mit Russland gar keinen Handel mehr im Gasbereich haben wolle und welche Abhängigkeit tolerabel sei.

Die Spannungen zwischen Russland und den USA bezüglich des 11 Billionen US-Dollar schweren Pipeline-Projekts haben sich weiter verschärft. Wie zuvor die Regierung Trump lehnt auch die Biden-Regierung Nord Stream 2 ab, weil sie bestrebt ist, die Ausfuhr von Flüssigerdgas aus den USA nach Europa zu steigern. Dieser Kraftstoff steht in Konkurrenz zu Gas, das über Rohrleitungen aus Russland zu uns transportiert wird. Mit der Möglichkeit, Europa mit Gas zu beliefern, erhalte Russland auch zusätzlichen wirtschaftlichen und politischen Einfluss auf Europa.

Im Gegensatz zu den USA betrachten wir Nord Stream 2 als kommerzielles Projekt. Aufgrund von Umweltbelangen und Sicherheitsbedenken legt Deutschland derzeit Kohle- und Kernkraftwerke still, womit die Gaspipeline für unsere nationale Energieversorgung noch entscheidender wird. Bei einem Abbruch des Projekts so kurz vor der Fertigstellung müsste man Unsummen in den Wind schreiben, die über die Jahre hinweg investiert worden sind. Auch hätte ein Baustopp ein gewaltiges juristisches Nachspiel zur Folge, da zahlreiche europäische Firmen Geld in das Vorhaben investiert haben. Vor allem aber würde er unsere langfristig garantierte Gasversorgung aufs Spiel setzen!

Das US-Gesetz lässt Sanktionen gegen Russland zu, was bedeutet, dass die USA Russland zum feindlichen Staat erklärt haben. Dies gilt nicht für die EU.

Über diese gesamte Situation müssten wir keine Worte verlieren, wenn Deutschland nicht den Fehler begangen hätte, der EU ein Mitspracherecht über Nord Stream einzuräumen. Doch worüber soll Merkel überhaupt verhandeln? Mit uns hat die Situation gar nichts zu tun, abgesehen davon, dass die USA versuchen, den Gasmarkt zu dominieren. Merkel sollte keinen Zentimeter nachgeben und es nicht zulassen, dass Deutschland in diesen geopolitischen Machtkampf hineingezogen wird, sondern sich auf eine Energieversorgung konzentrieren, die für die Deckung unseres künftigen Bedarfs unerlässlich ist.

https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/umstrittene-gasleitung-nord-stream-2-droht-das-aus/26850958.html

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