EUROPOL: „Gefälschte Impfstoffe im Umlauf!“

Wie die Europol-Exekutivdirektorin Catherine de Bolle bestätigte, unterstützt die europäische Polizeibehörde seit jüngstem einen Mitgliedstaat bei den Ermittlungen gegen den Umlauf gefälschter Impfstoffe im Land. Bereits im Dezember hatte die EU-Agentur vor dieser aufkeimenden Gefahr gewarnt, welche nun Realität geworden ist. In einem Interview mit „De Zondag“ (7. Februar 2021) erklärte De Bolle, es seien immer mehr gefälschte Impfstoffe im Umlauf. „Dies ist umso frappierender, da die Verteilung der Impfstoffe durch die Regierung erfolgt. Für Kriminelle gerät die Corona-Krise zur Goldgrube; es florieren immer neue Betrugsmaschen. Manchen Menschen ist ihr moralischer Kompass in der Pandemie gänzlich abhandengekommen.“

Der Verkauf negativer Covid-Testbescheinigungen an Flughäfen, für die bis zu 300 Euro je Stück verlangt werden, ist ein weiteres besorgniserregendes Phänomen. Europol warnte vor dieser Masche, nachdem die Polizei mehrere Verdächtige ermittelte, die in britischen und französischen Flughäfen gefälschte Testnachweise anboten. In Spanien und den Niederlanden wurden Chatgruppen ausgehoben, die online und über Mobilfunknachrichten negative Covid-19-Bescheinigungen verkauften. „Solange die pandemiebedingten Reisebeschränkungen aufrechterhalten werden, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Kriminelle die Gelegenheit dazu ausnutzen, gefälschte Covid-19-Testnachweise herzustellen und zu verkaufen“, so die Agentur.

Europol beobachtet die sogenannte Corona-Kriminalität genau. De Bolle: „Die Straftäter haben sich diesen Zeiten angepasst und neue Gelegenheiten erkannt. Dies war auch während der Finanzkrise der Fall. Wenn es wirtschaftlich schlecht läuft, erschließen sich Kriminelle neue ‚Geschäftsfelder‘. Sie profitieren von den Schwachstellen der Gesellschaft. In der aktuellen Krise werden insbesondere schutzlose Menschen ausgenutzt.“

Die Kriminalität hat sich im Wesentlichen auf die Online-Sphäre verlegt. Als die größte Sorge bezeichnete De Bolle den explosionsartigen Anstieg von Kindesmissbrauch im Netz. Während sich die entsprechenden Anzeigen in manchen Mitgliedstaaten verdoppelt haben, haben sie sich in anderen sogar verdreifacht. Ein Anstieg von Kindesmissbrauch im Netz ist seit Beginn der Corona-Krise zu beobachten. Da Kinder die meiste Zeit Zu Hause sind und viele Stunden online verbringen, nutzen Kriminelle das Internet, um Kinder mit Online-Spielen zu ködern und so Kontakt zu ihnen aufzunehmen. Der Online-Austausch von Missbrauchsmaterial hat folglich zugenommen.

Doch der Kriminalitätsanstieg findet nicht nur im Netz statt. 2020 wurden in den Niederlanden und Belgien, den Haupteinfallstoren für Drogen nach Europa, Rekordmengen an Kokain sichergestellt. Auch Menschenschmuggler nutzen die Situation aus und verlangen angesichts der aktuellen Komplikationen im Zusammenhang mit Reisebeschränkungen höhere Preise von Personen, die nach Europa einwandern möchten.

Lars Patrick Berg, MdEP: „Corona ist für Kriminelle ein blühendes Geschäft, solange wir in dieser Lockdown-Situation mit harten Maßnahmen verharren. Sie bedroht die Gesundheit der gesamten Bevölkerung aufgrund des zunehmenden Handels mit gefälschten Impfstoffen. Zugleich verhilft sie Kriminellen zu neuen Betrugsmaschen, während gesetzestreue Bürger gezwungen sind, allein in ihren Häusern zu sitzen, anstatt ihre Freiheit zu genießen, und dabei zuzusehen, wie ihre Arbeitsplätze und Einkommen wegbrechen. Und parallel hierzu werden neu ankommende Migranten, die das Coronavirus in sich tragen, willkommen geheißen. Heute trafen 422 Migranten auf Sizilien ein, von denen 8 positiv auf Corona getestet wurden. Reisebeschränkungen und Vorrechte scheinen ungleich auf die Bevölkerung der EU verteilt zu sein.“

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