71 Prozent aller Befragten sind unzufrieden mit der EU

Das Europäische Parlament veröffentlichte jüngst seine neueste Studie über das Bild, dass in den Mitgliedsstaaten von der Europäischen Union herrscht. Der Bericht trägt den irreführenden Titel „A Glimpse of Certainty in Uncertain Times“ und kann hier in vollem Umfang gelesen werden. (https://www.europarl.europa.eu/at-your-service/en/be-heard/eurobarometer/parlemeter-2020).

Die politischen Berater des Parlaments haben versucht, die Umfrage und ihre Ergebnisse als Befürwortung der EU darzustellen.

Abgesehen von der „interessanten“ Interpretation der Umfrageergebnisse durch das Europäische Parlament, gab es ein oder zwei Ergebnisse, die ich sehr interessant fand, und ich kann verstehen, warum sie in der offiziellen Zusammenfassung ausgeklammert wurden.

Auf die Frage, ob sie die Europäische Union unterstützen, antworteten 44% der Befragten, dass sie zwar das Konzept im Großen und Ganzen befürworten, mit der bisherigen Entwicklung der EU aber unzufrieden sind. Weitere 27% waren entweder skeptisch oder gegen die Idee der Europäischen Union, was bedeutet, dass sage und schreibe 71% der Befragten entweder unzufrieden mit oder gegen die EU waren. 

Daneben fühlten sich 50 % der Befragten von der EU entfremdet und hatten das Gefühl, dass ihre Stimme nicht zählte, und 40 % gaben an, dass sie mit der Art und Weise, in der die Demokratie in der EU funktioniert, unzufrieden sind. 

Die Entfremdung der Menschen vom Europäischen Parlament wird am besten durch die Umfrage zum Sacharow-Preis illustriert. Dieser Preis wird vom Europäischen Parlament verliehen. Interessanterweise hatten 71% der Befragten noch nie von diesem Preis gehört.

Es stellt sich die Frage nach der Legitimität einer Union, die nach mehr Macht strebt; einer Union, die ihre eigenen militärischen Fähigkeiten ohne demokratisches Mandat oder Unterstützung ausbauen will; einer Union, die so weit von den Menschen entfernt ist, die sie angeblich vertritt, dass 71 % der Menschen ihre Relevanz in Frage stellen.

Statt Statistiken zu schönen und Geschichten zu ersinnen, wären das Europäische Parlament und die Kommission besser beraten, wenn sie sich mit den Themen befassen würden, die die Mitgliedstaaten am meisten beschäftigen, in erster Linie wirtschaftliche Sicherheit, Gesundheit und eine Migrationspolitik, die den Willen des Volkes widerspiegelt.

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