Medizintechnikbranche in Baden-Württemberg: Offener Brief an Kommissarin Stella Kyriakides

Frau Kommissarin
Stella Kyriakides
Europäische Kommission
Rue de la Loi 200
1049 Brussels

Sehr geehrte Frau Kommissarin Kyriakides,

ich wende mich an Sie, um meine Besorgnis über die Europäische Medizinprodukte-Verordnung und die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf die Medizintechnikunternehmen im Bundesland Baden-Württemberg zum Ausdruck zu bringen.

Die Medizintechnikbranche ist ein wichtiger Bestandteil der baden-württembergischen Wirtschaft. Im Bundesland gibt es über 800 medizintechnische Unternehmen, die einen Umsatz von 14 Milliarden Euro erwirtschaften; über 90 % dieser Unternehmen sind als KMU ausgewiesen. Viele der Unternehmen sind in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg angesiedelt. In diesen herausfordernden Zeiten sollten wir innovative Sektoren unterstützen, eine Beschäftigungsstabilität gewährleisten und keine administrativen und bürokratischen Hürden schaffen, die die unternehmerische Aktivität ersticken.

Es besteht kein Zweifel daran, dass Unternehmen der Medizintechnik von Mängeln bei der Umsetzung der Medizinprodukte-Verordnung bedroht sind. Die Unternehmen haben sich über einen Stau bei der Zertifizierung, eine Verzögerung bei der Benennung von Expertengremien und eine mangelnde Funktionalität der entsprechenden Datenbank beschwert. Am schwerwiegendsten ist vielleicht, dass die Unternehmen beklagten, diese Verordnung sei ein „Innovationskiller“.

Angesichts dieser Probleme wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie darlegen würden, welche Maßnahmen Sie in Erwägung ziehen, um sicherzustellen, dass die Verordnung umsetzbar ist, und wie die Kommission sich dafür einsetzen wird, die Arbeit der Unternehmen selbst nicht unnötig zu behindern.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Patrick Berg MdEP

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