Schriftliche Intervention zur Plenardebatte: Lage in Somalia

Es besteht kein Zweifel daran, dass das somalische Volk weiter leidet, sowohl an natur- als auch an menschengemachten Katastrophen. Die Dürre, die so viele Menschenleben gefordert hat, ist nur das jüngste naturgegebene Unglück, von dem das Land heimgesucht wird.

Der Selbstmordanschlag am vergangenen Wochenende illustriert die Unmenschlichkeit, die in bestimmten Teilen der somalischen Gesellschaft noch immer herrscht.

Ich begrüße die jüngsten Wahlen zwar, doch wir müssen uns vor Augen halten, dass ihr Bedeutungsumfang stark begrenzt ist. Sehr
viele Menschen sind ihres Wahlrechts nur deshalb beraubt, weil die somalische Regierung nicht in der Lage ist, weite Landesteile zu regieren.

Der Ausblick in die Zukunft bereitet mir Sorge. Während al-Shabaab immer weiter erstarkt, wird AMISOM schwächer, und die somalischen Streitkräfte, die sie ersetzen sollen, sind aufgrund von Clanloyalitäten zerrissen. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass wir einmal mehr einen Aufstieg der Warlords und ihrer Milizen erleben werden und Somalia in weitere Einzelteile zerbricht.

Ich hoffe, mich zu irren. Angesichts der Einschränkungen, denen diese Wahlen unterlagen, und der Präsenz von al-Shabaab bin ich jedoch davon überzeugt, dass noch ein weiter Weg zu gehen ist.